Nähstudio Theine – Gespür für Mode & handwerkliches Können

Im Nähstudio Theine sind Kleidungsstücke in guten Händen. Und das mit Kreativität, Handwerk und persönlicher Beratung.

Die Zeiten, in denen ein Schneider ausschließlich mit Nadel und Faden seinem Tagwerk nachging, gehören der Vergangenheit an. „Zwar stehen uns heute hochmoderne Maschinen unterstützend zur Verfügung. Dennoch bilden handwerkliches Können, ein Gespür für Mode und die Liebe zum Detail die Basis des Schneiderhandwerks“, sagt Almut Theine. Die Frau vom Fach muss es wissen, denn sie ist seit drei Jahrzehnten selbstständig. Ein Interview.

Was war für Sie der Grund, sich selbstständig zu machen?

Nachdem ich meine Schneiderlehre mit Auszeichnung abgeschlossen hatte, war ich bei Modessa als Schneiderin beschäftigt. In dieser Zeit habe ich bei der Firma Pfaff eine Vertretung als Leiterin für Nähkurse übernommen. Die praktische Übermittlung meines Wissens hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich diese Tätigkeit in den größeren Räumen meines eigenen Hauses fortgesetzt habe. Dadurch war ich auch für meine Kinder gut erreichbar. Seit dem 3. Oktober 1988 arbeite ich in Eigenregie und habe damit nicht zuletzt mein Hobby zum Beruf gemacht.

Haben Sie sich nach ihrer 
Ausbildung zur Schneiderin weitergebildet?

Da ich von Haus aus viel Wert auf handwerkliches Können lege, habe ich durch die Erlernung von Schnitt- und Nähtechniken, die die Industrie benutzt, die Arbeitsvorgänge weiter verbessert. Wichtig war zum Beispiel die Teilnahme an Burda-Fortbildungsveranstaltungen. Durch weitere Seminare bin ich berechtigt, Prüfungen zur Erlangung des AFS-Nähabzeichens (Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Selbstnähens) abzuhalten. Außerdem habe ich mich für persönliche Farb- und Stilberatung, aktuelle Mode sowie für praxisorientierte Pädagogik ausbilden lassen. Durch diese Weiterbildungsmaßnahmen habe ich verschiedene Diplome erhalten.

Haben Sie die Teilnehmerinnen Ihrer Nähkurse zu Erfolgen geführt?

Ich habe mit meinen Nähschülerinnen alljährlich an Burda-Wettbewerben teilgenommen und mit ihnen mehrmals das Deutschlandfinale erreicht. Den Städtewettbewerb haben wir zwei Mal in der ausverkauften Mindener Stadthalle für uns entschieden.

Hat sich auch die räumliche Situation geändert?

1997 hatte ich die Möglichkeit wahrgenommen, ein Atelier in dem damaligen Karstadtkaufhaus an der Bäckerstraße zu beziehen. Als das Kaufhaus 2009 – jetzt unter dem Namen Hertie – geschlossen wurde, bin ich zum heutigen Standort an der Bäckerstraße 9 gezogen.

Was bieten Sie in Ihrem 
dortigem Nähstudio an?

Mein Studio ist übrigens mit „Änderungsschneiderei und Nähschule“ überschrieben. Dort biete ich neben Reparaturen von Kleidungsstücken Textilgestaltung und Maßanfertigungen auf Kundenwunsch an. Außerdem stehen nach wie vor Burda Nähkurse auf dem Programm. Für den aktuellen Kurs, der jetzt im Oktober beginnt, sind übrigens noch Plätze frei.

Seit Herbst 2009 arbeiten 
Sie mit Kürschnermeisterin Marianne Rohe unter einem Dach. Dadurch eröffnen sich für die Kunden sicherlich 
weitere Möglichkeiten.

Durch die Zusammenführung beider Geschäfte an einem Standort hat sich ein gemeinsamer Kundenstamm entwickelt, wobei jeder von uns individuelle Kleidungsstücke anfertigt und gestaltet. Während ich Stoffbearbeitungen übernehme, ist Pelz, Leder und Lammpelz das Tätigkeitsgebiet von Frau Rohe. Manchmal lassen sich durch diesen tollen Materialmix außerdem ausgefallene Kundenwünsche erfüllen.

Wie würden Sie ihre Zielgruppe beschreiben?

Meine Kunden reichen von der jungen Frau, die ein Abikleid oder eine Brautrobe benötigt, bis zu älteren Damen oder Herren. Umarbeitungen, Figuranpassungen sind der Schwerpunkt meiner Tätigkeit. Dabei geht es oft um hochwertige Textilien, von denen sich besonders ältere Kunden nicht trennen möchten.

Wie würden Sie ihre Firmenphilosophie abschließend auf den Punkt bringen?

Ich verbinde die Ausübung meines Handwerks mit Kreativität und der ganz persönlichen Beratung meiner Kunden. Denn Mode ist schließlich mehr als eine reine Zeiterscheinung. Sie ist Ausdruck des persönlichen Stils, sie ist Teil von uns selbst, spiegelt uns und unsere Stimmung mehr wider, als wir ahnen. Gerade deshalb ist es wichtig, denjenigen Stil zu finden, der unserer Persönlichkeit Ausdruck verleiht und uns so sympathisch macht.

http://www.naehstudio-minden.de/

Text: Sabine Otterbeck