130 Jahre Autohaus Meier – und es läuft!

Welche Entwicklung seine Firma nehmen würde, hätte sich Wilhelm Meier gewiss nicht träumen lassen. Vor 130 Jahren hat die Erfolgsgeschichte begonnen.

Die Historie des Autohauses Meier ist ein Teil der Friedewalder Dorfgeschichte. Im Jahr 1887 errichtet Firmengründer Wilhelm Meier, der Urgroßvater von Geschäftsführerin Annette Berane, auf dem Platz, wo heute die Audi-Halle steht, eine Schmiede. Dort wurden anfangs Pferde beschlagen, Landmaschinen und Fahrräder repariert. Ein Hochrad aus dieser Zeit hat noch heute einen Ehrenplatz im Büro der Chefin.

Wilhelm Meiers Sohn Hermann lernt das Schmiedehandwerk bei seinem Vater und besteht die Ausbildung 1928 mit Auszeichnung. Bald stehen die Zeichen auf Expansion. Hermann Meier erweitert das Geschäft um den Handel mit Eisenwaren, eine Schlosserei und eine Fahrschule. Später kommt eine Tankstelle dazu sowie ein Einzelhandelsgeschäft für Haushaltswaren, Elektrogeräte, Spielzeug und vieles mehr.

Das Wirtschaftswunder blüht, die Deutschen werden mobil. Erstmals werden jetzt auch Automobile und Motorroller verkauft, von 1955 bis 1969 zunächst Goggomobile der Hans Glas GmbH im bayrischen Dingolfing, die später von BMW übernommen wird. Im Jahr 1967 kommen in Friedwalde BMW und NSU hinzu, 1969 bis 2010 die Marke Audi, ab 1972 Volkswagen. Annette Beranes Vater Bernhard Brehmer baut Goggo-Motoren in NSU Prinz 4. Mit diesem „Prigo“ hält er viele Besitzer einer Führerscheinklasse 4 mobil.

Hermann Meier und seine Frau Marie führen die Geschäfte über mehrere Jahrzehnte. Marianne, die jüngste ihrer drei Töchter, unterstützt sie seit 1947, bevor 1957 Mariannes Ehemann Bernhard Brehmer in das Unternehmen einsteigt. Nach dem Tod von Hermann Meier im Jahr 1972 trennt man sich vom Einzelhandel und legt den Schwerpunkt auf den Kfz-Handel mit dem dazugehörigen Werkstattbereich. Dafür steht das Autohaus Meier bis heute.

Bernhard Brehmer stirbt 1977. Marianne Brehmer und Tochter Annette übernehmen die Geschäftsleitung. Im Jahr 1985 wird die neue Audi-Halle errichtet und 2007 umgebaut, 2000 die alte Werkstatt abgerissen. 2001 entstehen ein neues Werkstattgebäude, eine Serviceannahme, eine neue Ausstellungshalle und ein Ersatzteillager. Der Gebrauchtwagenplatz wird 2014 erweitert.

Annette Berane führt die Geschicke des Familienunternehmens in vierter Generation. Die nächste steht bereits in den Startlöchern: Schwiegersohn Marcel Borm, seit vier Jahren im Unternehmen, betreibt überwiegend den Handel mit Neu- und Gebrauchtwagen. Maßgeblich vorangebracht hat er das Internet- und Taxigeschäft. Etwa ein Drittel aller Fahrzeuge werden mittlerweile mehr als 100 Kilometer weit weg verkauft, teilweise auch ins Ausland. Das hätte sich Gründer Wilhelm Meier gewiss nicht träumen lassen.

Wo gegen Ende des 19. Jahrhunderts die Schmiede stand, steht heute eine Ausstellungshalle. Auf dem Gelände des früheren Einzelhandels (rechts vom Eingang) befindet sich seit dem Umbau im Jahr 2016 ein modernes Bürogebäude für Buchhaltung, Disposition, Serviceleitung und Reifenmanagement.

Das Autohaus Meier bietet Service für VW-Pkw und -Nutzfahrzeuge sowie Audi-Modelle.

Von Stefan Lyrath