Von der Kette bis zur Speiche

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Platte Reifen, verrostete Schrauben oder kaputtes Licht: Hat man das Rad lange nicht bewegt, warten oft unliebsame Überraschungen. Es lohnt sich, ab und an einen ausführlichen Blick auf des Deutschen liebstes Fortbewegungsmittel zu werfen.

Fahrradtechniker Steffen Roth empfiehlt, das Fahrrad genauso gründlich wie das Auto auf Verkehrstüchtigkeit zu überprüfen: „Zunächst sollten sich Radfahrer einen Überblick über den allgemeinen Zustand verschaffen. Dabei gilt es vor allem lockeren Schrauben, rostigen Ketten oder verlorengegangenen Reflektoren Aufmerksamkeit zu schenken.“ Welche Rolle spielen Reifen und Bremsen? „Sind Bremskörper beschädigt oder stark abgenutzt, empfehle ich immer, diese sofort auszutauschen. Das kann im Notfall vor Schaden bewahren. Am Reifen sind vor allem Risse in der Manteldecke, ein zu geringes Profil oder Beschädigungen durch Scherben oder Nägel mögliche Gefahrenquellen – vor allem auf ungleichmäßigem Untergrund.“ Der Luftdruck kann nach Angaben des Fahrradexperten ohne Probleme um 0,5 Bar unter dem Maximaldruck des Reifens liegen. „Das erhöht den Komfort, reduziert die Abnutzung und verbessert die Traktion auch abseits von befestigen Wegen.“

Wer erst einmal unterwegs ist, kann unbeschwert Stadt, Land und Natur genießen. Aber ist die Freiheit auf dem Sattel wirklich grenzenlos? Radexperte Roth klärt über einige Mythen auf:

  1. „Tempolimits gelten nicht nur für Autos, auch Fahrradfahrer haben sich im öffentlichen Straßenverkehr an Geschwindigkeits-Regeln zu halten. Das gilt insbesondere in Spielstraßen.“
  2. „Mehr Gänge sind nicht gleich weniger Anstrengung. Es kommt auf die Effektivität und das Zusammenspiel von Ritzeln und Kettenblätter an. Narbenschaltungen mit weniger Gängen sind hier meist im Vorteil, weil lästiges Kreuz-und-quer-Schalten wegfällt.“
  3. „Es gibt keine Helmpflicht für Fahrradfahrer in Deutschland. Ein Helm ist dringend zu empfehlen, um sich vor schweren Kopfverletzungen zu schützen, vorgeschrieben ist er jedoch nicht. Anders sieht das in Ländern wie Spanien, Schweden oder der Schweiz aus.“
  4. „Radfahrer müssen nicht zwingend einen Radweg benutzen, nur weil dieser vorhanden ist. Auch eine Fahrt auf der Straße ist erlaubt. Lediglich wenn ein separates Gebotsschild ausgewiesen ist, kann der Radweg Pflicht werden.“
  5. „Telefonieren mit dem Handy am Ohr ist verboten. Was für den Autofahrer gilt, ist auch für Radler relevant. Wer ohne Freisprecheinrichtung oder Ohrhörer auf dem Rad erwischt wird, kann mit einem Bußgeld belangt werden.“

Quelle: pr/Mecklenburger Radtour GmbH

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