Medizin auf Reisen

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Die Koffer sind gepackt, die Tickets liegen bereit: Doch auf dem Weg in den Urlaub vergessen viele Menschen oft das wertvollste, was sie haben: ihre Gesundheit. Denn auch in den Ferien kann es zum Krankheitsfall kommen, für den man unbedingt gewappnet sein sollte. Damit aus der Traumreise kein Alptraum wird, erklären wir, was unbedingt in die Reiseapotheke gehört.

„Pass“ auf dich auf!

Ob bei einer Safari in Kenia, einer Wanderung durch den Urwald von Martinique oder beim Elefantenreiten auf Ko Samui: In unterschiedlichen Ländern kommen Menschen mit unterschiedlichen Krankheitserregern in Berührung. Als eine der wichtigsten Präventionsmaßnahmen für Touristen gelten daher nach wie vor Impfungen. Sie stellen eine effektive Form der Gesundheitspflege dar. Deshalb ist es ratsam, neben dem Reisepass auch stets den Blutgruppen- und Impfpass mitzuführen. Bereits Monate vor Reiseantritt sollte man sich darüber informieren, welcher Impfschutz aufgefrischt werden muss. Ob eine Reiserücktrittsversicherung sinnvoll ist, entscheidet man ebenfalls Monate im Voraus.

Ich glaube, mir wird schlecht

Diesen Satz bekommt das Bordpersonal vermutlich häufiger zu hören, denn Fakt ist: Jeder fünfte Passagier leidet an der sog. Reisekrankheit. Dabei spielt es keine Rolle, welches Beförderungsmittel die Betroffenen nutzen, denn die Beschwerden können in der Luft, zu Land oder Wasser auftreten. Übelkeit, Kopfschmerzen, Schwindel oder Herzrasen sind nur einige der Symptome, die als körperliche Reaktion auf die ungewohnten Bewegungen entstehen. Britischen Forschern ist es erst kürzlich in einer randomisierten Studie gelungen, die Beschwerden einer Reisekrankheit mittels einer Gleichstromstimulation zu lindern. Zum genauen Wirkungsmechanismus liegen jedoch noch keine näheren Erkenntnisse vor. Hier sind weitere Untersuchungen erforderlich.

In der Zwischenzeit sollten Personen, die an der an der Reisekrankheit leiden, etwa eine Stunde vor Reiseantritt die letzte Mahlzeit aus leichter Kost zu sich nehmen. Übermäßiges Trinken sowie den Konsum von Salz, das Wasser im Gewebe bindet, ist ebenfalls zu vermeiden. Manchen Betroffenen helfen spezielle Atemübungen und kalte Kompressen auf Stirn und im Nacken. Für den Fall der Fälle sollten Urlauber jedoch immer ein Mittel gegen Übelkeit sowie Beruhigungstabletten griffbereit halten.

Guten Appetit?

Trotz der amüsanten Bezeichnungen wie Fluch des Pharaos, Montezumas Rache oder auch Dehli Belly: Reisediarrhö ist eines der häufigsten Gesundheitsprobleme von Touristen. Zischen 20 und 50 % der Reisenden klagen über Beschwerden wie Bauchschmerzen, unkontrollierbaren Stuhldrang und Unwohlsein. Meistens ist Reisedurchfall mit einer Infektion des Gastrointestinaltraktes verbunden, die ihrerseits wiederum durch den Verzehr mikrobiell kontaminierter Lebensmittel entsteht. Reisediarrhö kommt häufig in Gebieten mit schlechteren sanitären Bedingungen und niedrigeren Hygienevorschriften vor. Um sich zu schützen, sollten Urlauber nur Nahrungsmittel zu sich nehmen, die gebraten, gekocht und geschält wurden. Häufig ist jedoch auch die veränderte Bakterienflora der Auslöser. Es ist daher wichtig, sich regelmäßig die Hände zu waschen. Für unterwegs eignen sich Desinfektionsgels.

Fun in the sun

Ob beim Skifahren, Tauchen, Wandern: Auch in der schönsten Zeit des Jahres ist man vor Verletzungen und kleinen Wunden nicht gefeit. Gerade beim Freizeitsport ist die Verletzungsgefahr besonders hoch. Ein kleiner Verbandskasten, der diese Wunden erstversorgt, ist daher nicht nur für Abenteuer-Urlauber eine sinnvolle Idee. Neben Pinzette, Schere und Einweg-Handschuhen sollte er auch Verbandspäckchen, Pflaster und Mullbinden beinhalten. Wenn eine Fraktur vorliegt, sollte man die betreffenden Gliedmaßen immobilisieren und ein Krankenhaus aufsuchen. Für den Krankheitsfall gehören auch Schmerzmittel und fiebersenkende Medikamente in das Erste-Hilfe-Kit.

Fliegende Störenfriede

Insektenstiche gehören zu den unangenehmsten Reisebegleitern überhaupt. Leider sind sie manchmal unvermeidbar. Gerade im Urlaub wird das Summen der kleinen Blutsauger als besonders störend empfunden. Um sich Insekten vom Leib zu halten, gibt es sog. Repellents, die die Hauteigenschaft verändern, um die Gefahr aus der Luft fernzuhalten. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt diese Maßnahme insbesondere bei Reisen in tropische Länder, wo Krankheiten wie Malaria und Dengue-Fieber über bestimmte Insektenarten übertragen werden können. Während Wespen und Bienen beim Stechen kein Gift abgeben, führt der Speichel von Mücken zu Juckreiz und Schwellungen. Hier helfen kühlende und beruhigende Salben sehr gut. Auch ein Temperaturreiz kann wirksam sein, weil er das Schmerzsignal an das Gehirn unterbricht. So halten sich einige Menschen eine heiße Kaffeetasse auf die betroffene Stelle.

Alarmstufe Rot

Bei ihrer wohltuenden Wirkung kann man die Zeit in der Sonne schon mal vergessen – und sich schnell einen Sonnenbrand einfangen. Doch Sonnenbrand ist leichter zu verhindern als zu behandeln. Effektiver, angepasster Sonnenschutz ist daher die beste Präventionsmaßnahme. Kinder müssen in besonderem Maße vor den schädigenden Auswirkungen der UV-Strahlung geschützt werden. Ist Sonnenbrand einmal da, lässt er sich mit speziellen Après-Sun-Produkten in den Griff bekommen. Am besten sind Präparate mit Allantoin, Aloe Vera oder D-Panthenol geeignet, um die gereizte Haut wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

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